Stand der Tomaten am Johannistag

Der Johannistag – Bedeutung für den Kleingärtner

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Vorgestern war der Johannistag – das Hochfest der Geburt Johannes‘ des Täufers – am 23. bzw. 24. Juni. In der Liturgie steht der Tag eng verbunden mit verschiedenen Brauchtümern, der Sommersonnenwende und als Lostag im Zusammenhang mit Bauernregeln.

Johannistag als Lostag

Viele alte Bauernregeln nehmen den Johannistag auf und geben dem Menschen wichtige Hinweise mit auf den Weg. Er ist als Lostag in der Überlieferung für die Landwirtschaft und Wetter von bedeutsamem Ansehen.

Die Lostage sind Tage im Kalender, die nach Volksglauben in der Lage sind gute Vorhersagen über die Wetterverhältnisse der folgenden Wochen und Monate zu ermöglichen.

Viele Pflanzen und Tiere sind traditionell nach diesem Tag benannt: Beispielsweise ist das Johanniskraut zu nennen, da es um den Johannistag herum blüht. Auch der Johanniskäfer – landläufig als Glühwürmchen bekannt – verdankt seinem Namen diesem Tag. Denn seine Schwärme entfalten zur Balz um den Termin ihre volle Leuchtkraft.

Die Anzeichen der Natur haben den Menschen früher ohne Kalender im Hause angezeigt, dass die Sommersonnenwende, der längste Tag im Jahr nahe sind und das Jahr fast zur Hälfte vorbei ist.

Johannistag für den Kleingärtner

In Zeiten von Uhren, Kalender-Apps und Co. auf dem Smartphone brauchen wir solche Anzeichen wohl nicht mehr. Dem Kleingärtner sollte dieser Tag dennoch Erinnerung für einige anstehende Arbeiten sein. Nach dem Johannistag endet die Phase der sogenannten „Schafskälte“ und die Erntesaison für das Sommerobst- und Gemüse wird eingeläutet.

Spargel und Rhabarber

schwarze Johannisbeeren
schwarze Johannisbeeren

Wenn nach diesem Tag also die Erntesaison beginnt, endet für den Spargel traditionell die Ernte. Der Hintergrund dieser Bauernregel ist es, dass der Spargel etwa hundert Tage braucht, bevor der erste Frost kommt. In dieser Zeit muss er den Blattaufbau vorantreiben, damit er für das kommende Jahr genügend Kraft sammeln und in die Wurzeln einlagern kann.

Nicht nur für den Spargel ist nach dem Johannistag Schluss, denn auch der Rhabarber sollte nach dem 23. bzw. 24. Juni nicht mehr geerntet werden. Wie auch beim Spargel, benötigt der Rhabarber genügend Ruhezeit um auszutreiben und Reserven für die nächste Saison anzulegen.

Wenn Spargel und Rhabarber nicht mehr geerntet werden sollen, dann beginnt traditionell die Ernte der Johannisbeeren. Wie der Name schon verrät, sollten die Beeren rund um den Johannistag reif werden. Was man aus Johannisbeeren beispielsweise Leckeres zaubern kann, habe ich euch in einem Beitrag am Wochenende bereits verraten.

Form- und Laubhecken

Die Zeit nach dem Johannistag ist der richtige Zeitpunkt für einen Schnitt der Form- und Laubhecken. Bei empfindlichen Pflanzen sollte man nur im belaubten Bereich schneiden, andere starkwüchsige Varianten können bis aufs Holz zurückgetrieben werden.

Wichtig ist es sich vorher zu versichern, dass keine Nester von brütenden Vögeln oder andere tierische Mitbewohner mehr in der Hecke vorzufinden sind. Denn diese sind noch bis Ende September durch das Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG – besonders geschützt.

Was im Juni sonst noch wichtig ist…

Im Juni gibt es neben den Besonderheiten rund um den Johannistag weitere wichtige Arbeiten zu erledigen. So empfiehlt es sich, je nachdem wann Tomaten gepflanzt worden sind, diese in der zweiten Hälfte des Monats zu düngen. Durch die tüchtige Wachstumsphase im Juni ist es bei Tomaten erforderlich, fast wöchentlich, auszugeizen.

Das Wurzelgemüse, wie beispielsweise Rettich und Petersilienwurzel, wächst im Juni am Besten und sollte reichlich gewässert und gedüngt werden. Gleiches gilt für Rote Beete und Speiserüben.

Da in unserem Kleingarten in diesem Jahr alles etwas später ist, sind wir bei einigen Nutzpflanzen noch im Mai stecken geblieben. Der viele Regen in den letzten Tagen sollte den Rückstand aber schnell aufholen lassen.

Off-Topic

Die Festlegung, welcher Tag als Johannistag gilt, also ob der 23. oder 24. Juni, darüber gehen die unterschiedlichen Quellen auseinander. Eine entsprechende Diskussion würde an dieser Stelle zu weit gehen. Der Einfachheit wegen nenne ich deshalb beide Tage.

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