Rennschnecken

Neritidae – Putzkolonne im Aquarium

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Die Familie der Neritidae sind Schnecken mit einem unbändigen Hunger auf Algen. Sie sind nicht nur aus diesem Grund in der Aquaristik ausgesprochen beliebt. Ihre natürliche Heimat ist überwiegend in Südostasien. Dort leben sie in Flüssen und meeresnahen Bächen. Der Lebensraum befindet sich überwiegend im Süßwasserbereich, aber auch in Brackwasserzonen und in Flussmündungen kann man die Neritiden vorfinden.

Rennschnecken oder Nixenschnecken

Die Neritiden werden oft als Renn- oder Nixenschnecken bezeichnet. Der richtige deutsche Name der Schneckenfamilie ist aber eigentlich Kahnschnecken. Kahnschnecken gehören der Ordnung Neritopsida innerhalb der Neritimorpha an, die wiederum zur Unterklasse der Orthogastropoda zu gezählt wird.

Anatomische Merkmale der Neritidae

Das flache Gehäuse der Neritidae ist spiralförmig aufgebaut und weist nur wenige Windungen auf. Die Basis ist eben. Die für viele andere Schnecken typische Spindel fehlt komplett. Auch im inneren finden sich keine Umgänge.

Viele Arten der Familie der Neritidae haben an der Mündung einen aus Kalk gebildeten Deckel, das so genannte Operculum. Mit diesem Deckel kann die Schnecke bei Gefahr ihr Gehäuse verschließen. Für die Gattung typisch ist auch, dass die Opercula innen zwei Fortsätze besitzen.

Im Vergleich zur Größe haben die Arten der Familie Neritidae alle eine sehr dicke Schale, die besonderen Schutz vor Auflösungserscheinungen auf Grund von verschiedenen Wasserbedingungen bieten. Turbulente Wasserströmungen machen den Rennschnecken nichts aus. Dazu trägt auch die kompakte Bauweise des Gehäuses bei. Die breite Basis ermöglicht auch beim Kriechen eine gute Abdeckungg des empfindlichen Schneckenkörpers durch das Gehäuse.

Die Fühler und der Kopf sind dünn und zugespitzt. Außen daneben sitzen die leicht gestielten Augen. Die Tiere sind getrennt geschlechtlich. Der Penis des Männchens sitzt unter dem rechten Fühler.

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Vorteile der Haltung im Aquarium

Zebrarennschnecke - Vittina coromandeliana
Die Unterseite der Zebrarennschnecke – Vittina coromandeliana beim Abraspeln einer Aquariumscheibe

Neritiden vertragen ein weites Spektrum an unterschiedlichen Wasserwerten . Nur zu kalt sollte das Aquarium für die tropischen und subtropischen Arten nicht sein. Wassertemperatur unter 20 °C mögen die meisten Rennschnecken nicht.

Nicht nur ihr fast ungesättigter Hunger auf Algenbeläge macht die Neritiden populär, sondern auch ihre ungewöhnlichen Gehäuseformen von rundlich bis muschelförmig, ihre interessanten Zeichnungsmuster, ihre außergewöhnlichen Farben und Farbkombinationen und die Tatsache, dass sich die allermeisten Arten nicht im Süßwasser vermehren können und so nicht zu einer Überpopulation im Aquarium führen können.

Dieser Vorteil ist gleichzeitig auch ihr größter Nachteil. So lassen sich Rennschnecken nicht im Süßwasser vermehren. Denn die zweigeschlechtlichen Schnecken paaren sich zwar und die befruchteten Weibchen legen ihre Eier an allen möglichen Substraten, wie Holz und Steinen, ab. Aus den befruchteten Eiern schlüpfen jeweils eine winzige, nur ungefähr 0,1 mm, große Veliger-Larve. Diese schweben frei im Wasser und enthalten schon alle Anlagen für die ausgewachsene Schnecke.

In der Natur werden die kleinen Larven von der Strömung ins Meer gespült, erst dort entwickeln sich die Larven weiter zur Schnecke und wandern dann zurück in die Flüsse. Diese Vermehrungsweise erklärt auch die ausgesprochen großen Verbreitungsgebiete der Neritiden in der Natur. Über das Meer verteilen sie sich auch weiter in andere Gebiete.

Was sonst noch interessant ist…

Ich persönlich finde die Rennschnecken nicht nur auf Grund ihrer Optik und Reinigungswirkung im Aquarium spannend, sondern vor allem weil man auf Grund ihrer Größe wunderbar das Fressen beobachten kann. Wenn die Neritiden an einer Scheibe hochklettern, so kann man das Abraspeln der Oberfläche mit den kleinen, fast wie Zähne wirkenden, Fresswerkzeuge wunderbar beobachten.

Im folgenden Video habe ich mal versucht diesen Vorgang festzuhalten. Genau kann man es nicht erkennen, einen guten Eindruck vermittelt das Video trotzdem. Aber bei genauer Betrachtung kann man gut das wellenartige Auf- und Abziehen der beiden weißen Kalkraspeln sehen.

Off-Topic

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Ein Computer würde diesen Text der Kategorie Wissenschaft zu ordnen.

 

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