Weintrauben

Neues aus dem Schrebergarten

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Nachdem ich mich im letzten Beitrag ein bisschen über das Wetter im Bremerhaven ausgelassen hatte, scheint irgendjemand mit uns Gärtnern im Schrebergarten Erbarmen zu haben. Die letzten Tage waren weniger warm und Wasser kommt nun doch den ein oder anderen Augenblick vom Himmel.

Diese Wetteränderung macht sich im Garten bemerkbar. Wir brauchen weniger zu gießen und die bisher eher kümmerlichen Pflanzen schießen regelrecht aus dem Boden. Heute ist es mir möglich, euch einen weiteren Blick in unseren Kleingarten zugeben.

Kurz vor der Ernte

Weiße Johannisbeere 'Weiße Versailler'
Weiße Johannisbeere ‚Weiße Versailler‘ – Ribes rubrum

Etwas überpünktlich sind die Johannisbeeren kurz vor der Ernte. Die Johannisbeeren sind die einzige Gattung (Ribes) in der Familie der Stachelbeergewächse. Zur Familie der Grossulariaceae gehören die im Deutschen als Johannisbeere und Stachelbeere bekannten Arten.

Einige Arten und ihre verschiedenen Sorten werden als Beerenobst angebaut, andere werden als Zierpflanze genutzt. Bei uns im Garten finden sich Stachelbeeren, rote und weiße Johannisbeeren.

Die Johannisbeeren

Rote Johannisbeere 'Junifer'
Rote Johannisbeere ‚Junifer‘ – Ribes rubrum

Der Gattungsname der Johannisbeeren, Ribs, rührt vom arabischen ribâs, einer im Libanon wachsenden Rhabarberart her. Die mittelalterlichen Botaniker haben den Begriff zu Ribes verändert. Der Name Johannisbeere wiederum stammt vom Johannistag (24. Juni) ab, um den herum die ersten Sorten reif werden.

Durch den unerwartet warmen Mai sind die Johannisbeeren fast zwei Wochen zu früh dran, der wenige Regen sorgt zwar für eine schmackhafte und besonders süße, aber geringere Ernte.

In den letzten 14 Tagen gab es fast täglich Erdbeeren. Darüber bin ich sehr froh. Denn auch bei mir sind die kleinen Scheinfrüchte das beliebteste Sommerobst. Ich erwarte weitere Ernte bis Ende Juli, denn die späten Monatserdbeeren sind erst in der Hauptblüte.

Was sonst so wächst!

Mittelamerikabeet im Schrebergarten
Topinambur und Süßkartoffeln

Das Süd- /Mittelamerikabeet ist der einzige Bereich, der am stärksten vom warmen Mai profitiert hat. Der Topinambur hat mittlerweile stark gewurzelt und kräftig an Wachstum zugelegt. Die Süßkartoffeln bedecken den kompletten Beetboden. Ich gehe also von einer erstklassigen Ernte aus.

Bei den Weintrauben zeigen sich die ersten Fruchtansätze. Der Schnitt im letzten Herbst hat sich gelohnt. Die bisherigen Dolden versprechen eine gute Menge Trauben in diesem Jahr. Im letzten Jahr haben wir aus den weißen Trauben einen eigenen Wein gekeltert. Dieser steht mittlerweile lange genug, um demnächst in Flaschen abgefüllt und probiert zu werden. Der Oechsle-Wert war bei der Ernte des letzten Jahres deutlich höher, als ich es für norddeutsche Verhältnisse erwartet hätte. Es bleibt also spannend, wie die Weintrauben in diesem Jahr werden.

Mini Wassermelone 'Mini Love' F1
Mini Wassermelone ‚Mini Love‘ F1

Daneben kommen die Bodendecker, wie Zucchini, Kürbis und Melone, in die Blühphase. Bei den Zucchini sind die ersten Früchte bereits zu erkennen. Für die Melonen und Kürbis braucht es ein wenig Geduld, bis klar ist, ob es eine Ernte geben wird.

Die Radieschen sind mittlerweile fast vollständig abgeerntet und waren ein wirklicher Genuss. Als besondere Empfehlung koche ich die Radieschen zusammen mit Kohlrabi und Sahne zu einem Schmorgemüse. Passt gut zu Kartoffeln, Steak und auch Nudeln lassen sich damit aufpeppen.

Neu hinzugekommen ist eine Mini- Aubergine. Durch das warme Wetter haben viele Gartencenter im Juni noch Gartenpflanzen im Angebot. Ob die Aubergine Früchte bringen wird, bleibt abzuwarten. Ein Fruchtansatz ist bereits zu erkennen.

Die Tomaten

Unbeeindruckt vom Wetter stehen die Tomatenpflanzen in ihrem geschützten Tomatenkasten. Frisch gedüngt und regelmäßig gegossen sind reichlich Blütendolden gewachsen.

Das Wachstum ist ordentlich und verlangt ein regelmäßiges Ausgeizen. Ob dies sinnvoll ist oder nicht, daran scheiden sich die Geister. Nachdem ich im letzten Jahr bei der Ernte regelmäßig den Kopf in ein dichtes Gestrüpp stecken musste, habe ich mich in dieser Saison entschieden es zu probieren.

Das Ausgeizen

Tomaten neigen, wie auch Weinreben und Tabakpflanzen, zu sogenannten Geiztrieben. Die Geize sind meist, aber nicht immer, unfruchtbare Seitentriebe. Diese wachsen aus den Blattachseln zwischen Haupttrieb und Blattstiel.

Bei den Stabtomaten, die man meist in Gartencentern kaufen kann, bilden an den Geiztrieben Blüten und Fruchtstände aus. Dies kann für eine reiche Ernte gewünscht sein, führt aber zu einer schlechteren Qualität, da die Sonne nicht alle Früchte gut erreicht.

Nach meiner Erfahrung ist es je nachdem von Vorteil ein Mittelmaß zu finden. Ich habe mich entschieden, das untere Drittel der Pflanzen komplett frei von Geizen zu lassen. Es besteht dann weniger das Risiko, dass die schweren Tomatenfrüchte auf dem Boden landen und versammeln bevor sie reif werden.

Bei den oberen zwei Dritteln werden nur ein Teil der Geiztriebe stehen gelassen und zwar so, dass sie sich gegenseitig nicht im Weg sind. Also immer im Wechsels links und rechts einer, aber keine zwei untereinander. Dies sollte verhindern, dass die Tomatenpflanzen zu dicht wachsen. Mein persönliches Ziel ist Qualität vor Quantität. Im Herbst werde ich euch vom Erfolg berichten.

Was ist ein Schrebergarten?

In der letzten Zeit wurde ich öfter gefragt, was ist eigentlich ein Schrebergarten. Der Schrebergarten, Kleingarten, Laube, Heimgarten oder Familiengarten, wird oft auch als Parzelle bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein gezäuntes Stück Land als Garten, meist in Verbund einer Anlage von Grundstücken, die von Vereinen (Kleingärtnervereinen, Kleingartenvereinen, ostdeutsch auch Gartensparte oder Datsche) verwaltet werden.

Diese Anlagen werden als Gartenkolonie oder Laubenkolonien bezeichnet, und die einzelnen Grundstücke im übertragenen Sinn oft Lauben genannt. „Laubenpieper“ ist eine scherzhafte Bezeichnung für den Inhaber eines Kleingartens (mit einer Gartenlaube).

Unser Kleingarten liegt in der Anlage „Im Wiesengrund“ des Kleingärtnerverein Bremerhaven Lehe e.V.

Neben der Arbeit an der frischen Luft, dem Anbau von eigenem Obst und Gemüse, nutzen wir den Garten für unseren Cockerspaniel- Mix „Wilson“. Dieser liebt „seinen“ Garten. Er spielt dort gerne. Jagt Bällen hinterher, fängt gerne Seifenblasen oder liegt entspannt im Schatten der Bäume um auf einem Kauknochen rum zu kauen.

Off-Topic

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